Zweifel am Konzept für das „Haus des Wissens“Haus des Wissens

AfD glaubt an Denkfehler

 

Die Fraktion der AfD hat in der Ratssitzung am 6. Juni erhebliche Zweifel an dem Konzept zum „Haus des Wissens“ anmel-den. Die geplante Markthalle steht im Focus der Kritik.

In der Ratssitzung soll das Konzept für einen Realisierungswettbewerb auf den Weg gebracht werden. Die Stadt hatte das Ge-bäude der ehemaligen Hauptpost im letzten Jahr erworben, um dort Platz für die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, Uni-verCity und eine Markthalle zu schaffen. Diese Nutzungskombination ist nach Aussage der Verwaltung ohne Vorbild und völlig neu.

Der Fraktionssprecher der AfD Wolf-Dieter Liese ist von Beruf Immobilienkaufmann und Projektentwickler mit Schwerpunkt Gastronomie. Er glaubt, dass die von der Stadt angestrebten Vorbilder der Markthallen in Rotterdam und Kopenhagen sich in Bochum nicht realisieren lassen. Dazu führt Liese Vergleichszahlen an, die bezüglich Einwohnerzahl, Durchschnittseinkommen und Tourismus erhebliche Unterschiede aufweisen. Allein die jährlichen Übernachtungen liegen in Kopenhagen um mehr als das 16fache über denen in Bochum. Damit seien, so die AfD, Zweifel an einer Nachfrage eines täglichen ganztägigen Marktbetriebes angebracht.

Auch die von der Verwaltung ins Spiel gebrachten Synergien sieht die Fraktion nicht. Im Gegenteil sieht sie in der Kombination Markthalle und Volkshochschule/Bibliothek mehr Gegensätze als Gemeinsamkeiten, die sich auch durch eine noch so gute Architektur nicht auflösen lassen. Darüber hinaus hält die AfD den Standort für ungeeignet. „Gute Marktplätze liegen an Knotenpunkten städtischer Mobilität. Die geplante Markthalle liegt hingegen im Innenhof des Telekomblocks und ist nur über einen Gebäudedurchgang zu erreichen. Der zufällige Gast oder Tourist wird die Markthalle nur schwerlich finden.“ so Liese (Foto: Stadt Bochum)