Antrag zum Medienentwicklungsplan (MEP)

Unsere Schulen sehen sich mehr denn je vor der Herausforderung, immer mehr und immer neuen Anforderungen gerecht zu werden. Inklusion, Integration, Lehrermangel und zu große Klassengrößen sind die Aufgaben, die den Schulalltag mitbestimmen und leider auch viele Lehrer, Schüler und Eltern überfordern.

Die Nutzung von digitalen Medien für den Schulunterricht ist eine weitere Herausforderung, denen sich Schulen und Lehrer stellen müssen. Aufgabe der Politik muss es dabei sein, diese Entwicklung so zu gestalten und zu unterstützen, dass dabei nicht neue Belastungen entstehen.

Der MEP kann dazu ein richtiger und wichtiger Schritt sein. Es geht darum, den bisher eher ungeordneten Prozess der Einführung von digitalen Medien in den Schulalltag einer für alle Schulen und Schulformen verbindlichen Rahmenplanung zuzuführen. Dabei darf aus unserer Sicht nicht allein die Finanzplanung für die Medienausstattung und auch nicht die technische Umsetzung im Vordergrund stehen. Für uns steht die Unterstützung und Entlastung der Schulen und Lehrer bei der Umsetzung des MEP an aller erster Stelle.

Auch eine noch so gute technische Ausstattung der Schulen führt nicht automatisch zu einer erfolgreichen pädagogischen Nutzung der neuen Medien. Es ist unsere Aufgabe als Kommunalpolitiker neben der erforderlichen Sachausstattung, die Interessen und Möglichkeiten der Lehrkräfte in unsere Erwägungen und damit in den MEP einzubeziehen. Aber genau hier sehen wir die Schwachpunkte des vorliegenden Konzeptes.

  1. Der MEP sieht vor, Teile der Wartung und Support zwingend durch die Schulen zu gewährleisten. Dazu sollen Lehrkräfte gesondert ausgebildet werden, die den sogenannten first-level-support vor Ort durchführen. Fakt ist, dass nicht jede Schule in ausreichender Anzahl über ausbildungswillige und ausbildungsfähige Lehrkräfte verfügt. Eine Ersatzlösung bietet der MEP nicht an.
  2. Auch wenn eine Schule über ausreichend Kräfte für den first-level-support verfügt, muss gewährleistet werden, dass diese Kräfte auch zeitnah zur Verfügung stehen. Wenn Lehrer eigene Klassen unterrichten, können sie nicht gleichzeitig den Kollegen bei technischen Problemen zur Seite stehen. Deshalb müssen ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen, eine Forderung, die der Rat noch einmal ausdrücklich betonen sollte.
  3. Es stellt sich ebenfalls die Frage, wie ein zeitnaher technischer Support bei größeren Problemen sicherzustellen ist. Die Akzeptanz der Technik hängt im Wesentlichen von der Verfügbarkeit ab. Fällt eine Anlage des Öftern und/oder über eine länger Zeit aus, wird sich kein Lehrer mehr die Mühe machen, seinen Unterricht ständig umzustellen.
  4. Der pädagogische Aspekt kommt unseres Erachtens im MEP zu kurz. Deshalb fordern wir die Schaffung einer Stelle eines Medienberaters. Dieser soll als Schnittstelle zwischen der Schulverwaltung und den Schulen die pädagogischen Aspekte des MEP begleiten. Wir gehen davon aus, dass viele Schulen und Lehrkräfte Unterstützung für einen sinnvollen Einsatz digitaler Medien brauchen werden. Dies geht von Entwicklung und Fortschreibung eigener Medienpläne über die Auswahl von Lernprogrammen bis zum Einsatz von digitalen Medien zur Unterstützung lernschwacher Schüler.

Antrag